Aberlour 10 tasting - Totgesagte leben länger


Der Aberlour 10 galt einst als der Einsteigermalt im Hause Aberlour und hatte zumindest ein paar Fans in der Whiskygemeinde. Für deutlich unter 30€ bekam man einen Malt mit Age-Statement, bei dem es nicht weh tat, wenn ein Gast ihn in geselliger Runde halb leer trank. Abgefüllt wurde der Aberlour 10 meist mit 40%vol., allerdings gibt es auch Flaschen mit 43%vol. Gelagert wird der Whisky, wie so oft im Hause Aberlour, in Bourbon und Sherry-Casks. Bereits vor über einem Jahr hieß es dann, der Malt sollte nicht weiter produziert werden und so mancher kaufte noch eine Flasche bevor es zu spät wäre. Spätestens seit Aberlour seine neue Core-Range bekannt gab, war es zur Gewissheit geworden, der 10er ist raus.

Doch am Markt tat sich erstaunlich wenig. Eine Vielzahl von Händlern hat diesen Malt noch in rauen Mengen zur Verfügung und auch in französischen Supermarktregalen braucht man nicht lange suchen um eine Flasche davon zu finden. Doch woran liegt es? Normalerweise entsteht doch mittlerweile um fast jede Abfüllung ein Hype, die nur ihr Design ändert. Der Aberlour 10 hingegen wird ganz eingestellt und hat sich weder drastisch verteuert noch sind die Bestände bei den Händlern deutlich kleiner geworden. vielleicht lässt sich dieses Rätsel besser lösen nachdem man diesen Malt im Glas hatte.


Tasting


Geruch:

Der Geruch ist bei diesem Malt eine nette Mischung aus den Bourbon-Einflüssen und dem Sherry-Fass. Überwiegen tut hier im ersten Moment das Bourbon-Fass. Süße Vanille- und Eichenaromen treffen auf trockene Sherry-Noten. Die Früchte reichen von grünen Äpfeln bis hin zu Johannisbeere und es schwingt immer etwas Honigsüße mit.


Geschmack:

der Antritt ist hier leider etwas holzig und wässrig. Mit der Zeit entsteht hier aber doch etwas Pfeffer und der Alkohol schiebt die Aromen an. Dann schmeckt man Apfel, Honig, ein paar Gewürze wie Zimt und auch deutliche Eichen-Aromen.


Abgang:

Die Balance ist bei diesem Abgang vielleicht der größte Kritikpunkt. Alles ist etwas unrund und unausgegoren. Die Bitterkeit des Holzes und die Süße der Früchte liefern sich eher ein kleines Gemetzel, als das sie zusammen harmonieren. Der Abgang ist insgesamt recht nussig, vanillig und holzig (klar Bourbon-dominiert).


Fazit:

Der Aberlour 10 ist im Grunde genommen genau das, was er sein sollte. Ein Einsteigermalt. er ist geschmacklich in Ordnung, wenn auch nicht grandios. Die Qualität ist in Ordnung auch wenn alles noch etwas unrund und wild erscheint. Man muss sich eben vor Augen führen, dass hier ein Age-Statement zum kleinen Preis angeboten wurde (wird). Die Erwartungen darf man da eben einfach nicht zu hoch ansetzen. Von mir bekommt der Aberlour 10 verdiente 78 Punkte.

Warum der Aberlour 10 noch so gut verfügbar ist, kann ich leider auch nicht genau sagen. Vielleicht liegt es an der Austauschbarkeit. Es fehlt ein Alleistellungsmerkmal im Geschmack. Ich wage auch zu behaupten, dass niemand diesen Malt als seinen Lieblingswhisky bezeichnen würde. Aber das sind alles Vermutungen.

Baselink

Normalerweise setze ich Shoplinks, die auf Amazon verweisen, da ich durch das Affiliate-Programm meinen Blog finanziere. In diesem Fall gibt es jedoch eine viel günstigere Variante an diesen Malt zu kommen, daher verlinke ich darauf. Der Versand nach Deutschland ist kein Problem, ich habe dort bereits mehrfach bestellt. Man findet dort auch noch ein paar andere nette Preise.

Hier

Danke fürs Lesen.

Malthead