Craigellachie 10yrs. 2008 SV für Kirsch Whisky


Gemeinsam mit Signatory Vintage hat Kirsch Whisky für das Jahr 2019 eine neue fassstarke Range auf den Markt gebracht. Es gibt keine Verpackung, keine ausgefallenen Decanter, nur fassstarker Whisky, der für sich selbst sprechen soll. Nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und persönlich ausgewählte Fässer von Kirsch Whisky. Bravo die Damen und Herren, so gehört das.

In dieser Flasche befindet sich ein Malt der Brennerei Craigellachie. 10 Jahre alt und in beeindruckender Fassstärke von 63,3%. Gelagert wurde der Malt in einem Sherry-Fass, das ordentlich Farbe abgegeben hat.

Die Brennerei Craigellachie wurde im Jahr 1891 gegründet von Peter Mackie, der nebenher auch noch der Besitzer von Lagavulin und der Erfinder des White Horse Blends war. Lange Jahre floss auch ein Hauptteil der Produktion der Destillerie Craigellachie in den White Horse Blend. Bis heute und seit 1998 findet der Malt von Craigellachie Verwendung in den Blends von Dewars.

Eine richtige Core-Range an Single Malts hat Craigellachie erst seit 2014. Die Core-Range besteht aus dem Craigellachie 13, 17 und 23 Jahre. Eine recht ungewöhnliche Eigenheit der Destillerie ist, dass man versucht einen recht schweren Whisky zu produzieren. Gerade in der Speyside wird ja häufig versucht etwas blumiges florales zu erschaffen. Craigellachie setzt bei der Verarbeitung der Gerste auf ein Ölfeuer um dem Whisky eine Schwefelnote zu geben. Um diese Note auch nach dem Brennen besser zu erhalten wird in niedrigen und bauchigen Stills gebrannt und der Malt wird in Worm Tubs runtergekühlt. Bei diesem recht altmodischen Verfahren wird der New Make schonend und mit wenig Kupfer-Kontakt gekühlt.

Die Destillerie selbst wird übrigens nicht sehr häufig besucht, da Sie einfach sehr funktional ist und keinen Schnick-Schnack extra für Besucher anbietet. Sie ähnelt eher einer alten Fabrik. und da nicht all zu weit entfernt das riesige Raumschiff von Macallan steht, die sich ja das Ziel gesetzt haben DER Touristenmagnet Schottlands zu werden, nach Loch Ness, kommt in der Brennerei Craigellachie einfach kein großer Trubel auf.


Tasting


Geruch:

Mir steigen hier sofort super leckere fruchtige Aromen in die Nase. Kirsche, Brombeeren, Datteln und kaum Alkohol. Dazu die üblichen Verdächtigen: Holz, Honig,Vanille. Insgesamt recht malzig fruchtig.


Geschmack:

Der Antritt ist sehr fruchtig, ölig und kräftig. Zunächst ist da viel Säure, Ingwer und Pfeffer gepaart mit Zitrusaromen. Dann folgen schöne rote Früchte und Rosinen. Alles ist überzogen mit Kräutern und Schokolade.


Abgang:

Der Abgang ist zunächst recht pfeffrig und salzig mit einer guten Dosis Holz. Alles wärmt sich auf und die Röstaromen kommen stark durch. Immer mit dabei sind aber die reifen, dunklen Früchte und es schmeckt wie ein starker intensiver Likör oder Sirup.


Fazit:

Das ist schon starkes Zeug, das an diesem Tag auch einfach meinen Geschmack trifft. Der Abgang hat eine wirklich nette Länge und man kann hier mit Wasser pantschen und planschen wie man möchte um Aromen rauszukitzeln. Ein Malt mit dem man sich gut und gerne beschäftigt. Mein erster Craigellachie hat mich durchaus überzeugt. Allerdings bin ich froh zu keinem Zeitpunkt ein Schwefelaroma geschmeckt zu haben, denn damit werde ich nicht warm. Heute gibt es durchaus verdiente 89 Punkte.

Wer möchte darf mich gerne noch mit einem Kommentar, Like, Share oder einem Kauf über einen Link unterstützen oder mich Anschreiben wenn er sich ein Sample sichern möchte.




Danke fürs Lesen

Malthead