Ein Sixpack Bowmore´s


Vor kurzem bin ich ein Jahr älter geworden und wie so gut wie alle Menschen entwickel auch ich mich weiter. Während früher ein Sixpack Beck´s, Rothaus oder Eichbaum angesagt war, genehmigt man sich jetzt eben ein Fivepack aus Japan oder ein Sixpack von der Insel Islay. Wobei der Besitzer ja auch der selbe ist...


Über die Brennerei Bowmore gibt es sicherlich vieles zu schreiben und zu sagen, ich will mich aber kurz fassen. Bowmore ist die älteste legale Brennerei auf der Insel Islay und eine der ältesten Brennereien Schottlands. Diese Formulierung habe ich übernommen und mich köstlich darüber amüsiert. Jede Brennerei will mit irgendwelchen Einschränkungen die älteste sein. Ja, wir sind die älteste, aber nur auf Islay, und nur bei den legalen. Und ich bin der schönste Mann in meiner Firma, aber nur von meinem Standort, und nur in meinem Büro. Die Destillerie Bowmore hat seit ihrer Gründung 1779 etwa trölfphantastillionen Mal den Besitzer gewechselt und gehört mittlerweile zum Beam-Suntory-Konzern. Dieser drittgrösste Spirituosenkonzern der Welt, sitzt in Japan und ist ein Bilderbuchladen, der unter anderem dafür sorgt, dass die Jungs und Mila Kunis bei Jim Beam auch immer genug zu tun haben, auch mal 60-80 Stunden pro Woche.


Im übrigen ist das natürlich nicht der Grund warum ich bisher kaum mal einen Bowmore getrunken habe. Ich als unpeated-Fan habe einfach immer gedacht Bowmore wäre nichts für mich. Heuschreckenkonzerne, Kapitalismus und Globalisierung im Endstadium, wenn ich das verteufeln würde dürfte ich ja gar keinen Whisky mehr trinken. Das mache ich jetzt aber:

Hier sind alle Baselinks, unten folgen Shoplinks:

Bowmore Gold Reef

Bowmore Black Rock

Bowmore 10 inspired by Devil´s Casks

Bowmore 15 Laimrig

Bowmore 15 Darkest

Bowmore 17 Cadenhead


Tasting


Bowmore Gold Reef


Geruch:

Neben den Noten von Heu und Malz kommt einem eine Prise Salz entgegen und ein Jahrmarkt mit Feuerwerk. Es riecht nach Zuckerwatte, Honig, Vanille und Bacon, leichtem Rauch und Feuerwerk.


Geschmack:

Süßer Honig, Karamell, Holz und Heu. Das ganze gepaart mit zartem Rauch und leckerem Speck.


Abgang:

Der Abgang ist zart rauchig und nussig. Kaffee, Schokolade und gebrannte Mandeln sorgen für ein nettes Finish. Nicht endlos und auch nicht endlos komplex, aber gut.


Fazit:

Den kann man schon trinken, sicherlich nicht unvergesslich, aber nett: 81 Punkte


Bowmore Black Rock


Geruch:

süß und beerig. Orange, Kakao und leckere Rosinen. Nur zart rauchig.


Geschmack:

Ein süßer Sherry-Geschmack trifft auf Torf und leichte Asche. Dazu kommt Karamell und dunkle Beeren.


Abgang:

Hier vermisse ich etwas die Früchte und den Sherry. Ich schmecke Heu, Holz und etwas salziges. Dann kommt viel Minze und Eukalyptus.


Fazit:

Ein Einstiegs-Sherry-Raucher. mir einfach hintenraus etwas zu minzig. Der Geschmack lag mir mehr als das Finish: 76 Punkte



Bowmore 10 Devil´s Casks inspired


Geruch:

Neben dem für mich jetzt typischen Bowmore-heu und leichtem Rauch. trockener Sherry, Orangen, Rotwein, eine gute Portion Eiche und etwas Alkohol.


Geschmack:

Ein trockener Sherry-Antritt mit viel Nuss und leichten Früchten. Etwas hitzig und gleichzeitig flach.


Abgang:

Einiges an Röstaromen, trockenem Holz und Sherry. Walnuss, Espresso und zarter Rauch.


Fazit:

Die Aromen sind schon ganz nett und vor allem der Abgang liegt mir als Espresso-Liebhaber. Im Mund allerdings etwas flach und trocken: 78 Punkte


Bowmore 15 Laimrig


Geruch:

Zunächst mal Sherry und leichter Rauch und Speck. Dann das mittlerweile gewohnte Heu und etwas säuerliches. Zitrusfrüchte und Feuerwerk.


Geschmack:

Orangen und Grapefruit zum Anfang dann wird es alles etwas trocken mit Röstaromen und Nüssen. Insgesamt etwas hitzig.


Abgang:

Eine Menge Holz und Nüsse. Alles recht trocken und mit Röstaromen. Kaffee und Walnuss. Eine leichte süße, leichte Minze und viel Eukalyptus.


Fazit:

Das Finish ist eher kurz und der Laimrig wirkt vergleichsweise langweilig auf mich, das sehen aber wohl viele anders (Base). Von mir gibts: 78 Punkte


Bowmore 15 Darkest


Geruch:

Hmmm, ein süßer Sherry-Raucher. Bacon, Beeren, Honig. Orangen treffen auf Johannisbeeren.


Geschmack:

Der Antritt ist süß und kräftig und geht dann langsam über in trockene Holzaromen. Nüsse und Pflaumen sind herauszuschmecken.


Abgang:

Es startet süß und nussig und man glaubt kurz da kommt nicht mehr viel aber dann kommen Walnuss und Espresso um die Ecke und es endet mit süßem Honig und Eukalyptus.


Fazit:

Das ist ein wirklich netter Whisky. Er ist auch für mich gut trinkbar und quasi die bessere Version des Black Rock. 85 Punkte



Bowmore 17 Cadenhead


Geruch:

Etwas eindimensional. Zarter Rauch mit Malz und Heu. Dazu Karamell, Honig und etwas Zuckerwatte.


Geschmack:

Es beginnt süß und holzig und endet im Grauen. Sehr scharf, rauchig und Seife paart sich mit modrigen Pilzen.


Abgang:

Holz, Röstaromen, vermoderte Pilze, Seife und wääh. Immerhin stringend.


Fazit:

Etwas ist da schief gelaufe denn dieser Malt ist scharf und ungenießbar. Entweder er ist in der Flasche gekippt oder er gehört zu den berühmt berüchtigten Seifen-Bowmore´s der 90er-Jahre. So wird es jedenfalls nichts mit uns beiden: 66 Punkte (teuflisches Zeug)


Was bleibt mir nun zu sagen über Bowmore. Insgesamt bin ich mit der Destillerie deutlich wärmer geworden als ich dachte. Bis auf den Cadenhead-Stinker war das alles durchaus im grünen Bereich und ein Bowmore 15 könnte meine Bar in Zukunft gut ergänzen. Auch aus Anlagesicht macht man mit Bowmore wohl nicht viel falsch, denn Bowmore ist im kommen. Unter den Anlegern wird er beliebter und einige Abfüllungen erreichen bereits Preise jenseits von Gut und Böse (Black Bowmore, Seadragon etc.) Bevor ich hier einige Shoplinks setze, nochmals vielen Dank an Walter für die 5 Samples die nicht wie Katzenpisse geschmeckt haben.








Danke fürs Lesen

Malthead