Glenallachie 38yrs MoS destilliert 1973


Die Brennerei Glenallachie ist eine Brennerei die in Whisky-Maßstäben noch sehr jung ist. Sie wurde erst 1967 gebaut und gehörte zunächst zur Scottish & Newcastle Breweries Ltd. Unter deren Herrschaft wurde dann auch dieser Whisky produziert. In den 80er Jahren wurde Glenallachie zunächst an Invergordon Distillers und dann an Pernod-Ricard verkauft. Single Malt brachte Glenallachie in dieser Zeit, mit einer einzigen Ausnahme, nicht auf den Markt.

Nachdem Glenallachie 2017 an Billy Walker und Konsorten verkauft wurde kann man nun auch Single Malts von Glenallachie kaufen. Zur Core-Range zählen ein 10-jähriger Malt in fassstärke, sowie die Glenallachie 12, 18 und 25. Ähnlich wie bei Glendronach hat Billy Walker auch bei Glenallachie die Lagerhäuser durchstöbert und einige Single Cask Abfüllungen auf den Markt gebracht.

Viele Leute hatten die neuen Standards schon im Glas. Einige waren begeistert, andere hielten sie für ganz nette Drams, die allerdings keine Begeisterungsstürme auslösen. Ich persönlich hatte sie noch nicht im Glas, Schande über mein Haupt. Als ich vor einigen Tagen umgezogen bin und Abends müde und geschafft in der Küche Platz nahm, stand mir der Sinn nach einem Malt. Und dem Marketing Glenallachies sei Dank, blieb mein Blick an diesem Fläschchen hängen, auch wenn der Inhalt vielleicht nicht ganz so viel mit einem neuen Glenallachie Single Malt zu tun hat.

Dieser Glenallachie wurde im März 1973 destilliert und im Oktober 2011 von Malts of Scotland gebottled. Der Malt lagerte somit für 38 Jahre in einem Bourbon-Hogshead. ich vermute die 44,0%vol. sind in diesem Fall fassstärke, sicher weiß ich es aber nicht.


Tasting


Geruch:

38 Jahre Bourbonfass, natürlich bekomme ich Holz und Vanille. Dazu kommt noch leckerer Popcorn-geruch und Tabak und Leder. Obwohl kein Sherry-Fass im Spiel war riecht man irgendwie Rosinen raus, dazu kommt noch ein leckerer Apfel-Duft, sehr süßlich, wie Pink Lady Äpfel.


Geschmack:

Der Malt ist vanillig, süß und cremig wie ein warmer flüssiger Vanille-Pudding. Dazu kommen die netten Fruchtnoten nach Apfel und Birnen, etwas Getreide und Tabak- und Röstaromen. Die 44% sind hier auch genau richtig, nichts brennt und es ist kein Alkohol zu spüren.


Abgang:

Bei diesem Finish kommt das Holz mal als erstes und wird dann verdrängt von Honig und Nougat. Das ganze geht dann über in Rosinen, Mandeln und schließlich in etwas herbere Noten von Walnuss, Espresso und dunkler Schokolade. Das Finish ist sehr lang und sehr gut.


Fazit:

Ich stelle es immer wieder fest, dass eine Bourbon-Lagerung wenn man die nötige Zeit investiert zu phantastischen Ergebnissen führen kann. Die Frage ist nur, wer lässt sich noch die Zeit dafür? Und wenn er es tut, was kostet dann die Flasche am Ende? Und bin ich bereit den Preis dafür zu zahlen?

In diesem Fall darf man ruhig tief in die Tasche greifen, es ist ein wirklich guter Malt: 90 Punkte.


Ich möchte nochmal allen die Bewertungsliste ans Herz legen, dort findet ihr alle bisher verkosteten Whiskys auf einen Blick, mit Punktzahl und Link zum Artikel.


Wer sich ein Bild von Glenallachie machen möchte, kann natürlich auch bei den Standards anfangen und bei einem Kauf über meine Links unterstützt ihr mich auch noch bei der Finanzierung dieser Seite.



Danke fürs Lesen

Malthead


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