Glendronach 14yrs. MoS 1996


Und täglich grüßt das Murmeltier. Mal wieder ein Glendronach,ist ja auch schon lange her. Über Glendronach habe ich eigentlich schon alles geschrieben was ich weiß. Dieser Kandidat heute ist ja aber nicht nur von Glendronach. Gebottled wurde der Malt von Malts of Scotland (MoS).

Malts of Scotland, wie der Name schon nicht sagt ist ein unabhängiger Abfüller aus Paderborn, gegründet von Thomas Ewers. Herr Ewers probierte im Jahr 2003 seinen ersten Whisky und war ab da total begeistert vom Thema Whisky. Er probierte übrigens einen Aberlour 10, den ich einmal als netten Eisteiger-Malt ohne Alleinstellungsmerkmale bezeichnet habe. Schande über mein Haupt. Ich wusste ja nicht was so ein Aberlour 10 alles bewirken kann. Ich werde mir am Wochenende nochmal einen eingießen, vielleicht werde ich dann ja auch etwas reicher und erfolgreicher.

Bei Herrn Ewers jedenfalls scheint alles gut zu laufen. In der Whiskybase findet man mittlerweile über 900 Abfüllungen von MoS, Herr Ewers ist bereits zum Keeper of the Quaich ernannt worden und die Auszeichnungen flattern im Hause MoS ein wie Fledermäuse in eine Höhle. Läuft bei Herr Ewers. Jetzt aber zum Tasting.

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Tasting


Geruch:

Der Geruch verbindet eine enorme Menge an Aromen und ist sehr komplex. Möbelpolitur und Tabakblätter verbinden sich mit einem ledrig trockenen Holzaroma, das so intensiv ist, dass es fast schon rauchig wirkt. Dazu kommen Pflaumen, Rosinen und Kirschen und alles ist ein bisschen floral. Das blumige ist aber eher blumig,würzig wie Waldhonig, nicht zu süß und parfümiert.


Geschmack:

Im Geschmack dominieren zunächst weiter das Leder, die Möbelpolitur und wachsige Aromen. In diesem Fall aber nicht mein geliebtes Bienenwachs sondern eher normales Kerzenwachs. Alles wirkt sehr Old-Scool und die dunklen Sherry-Noten passen gut zu den ledrigen, wachsigen Noten. erkennbar sind noch dunkle Früchte und Pflaumen-Mus.


Abgang:

Der Abgang beginnt leicht bitter und holzig. Die Eiche kommt hier schon deutlich durch und alles wird sehr trocken im Mund. Geschmacklich geht es hier von Leder und Tabak über zu Paranüssen und Espresso. Die Fruchtigkeit fehlt mir hier.


Fazit:

Vieles ist sehr gut und die Komposition ist durchaus gelungen. Das Finish ist recht lang, etwas Wasser tut dem Tropfen ganz gut und bis auf den mir etwas zu bitteren Abgang gibt es kaum etwas zu meckern. Doch: Es schmeckt meinem Vadder nicht!!!

Wie soll man das nun einordnen? Ganz einfach: Mein Vater trinkt gerne mal einen Schnaps und auch ein Whisky darf man ihm gerne mal unterjubeln. Doch wenn es zu speziell wird beziehungsweise zu intensiv in eine bestimmte Richtung, dann löst das bei ihm keine Begeisterung aus. Und das ist vielleicht der Knackpunkt an diesem Malt. Er ist für einen "Normalo" einfach ein bisschen zu viel des Guten. Für mich war es ein durchaus gut komponierter Malt, der aber nicht ganz einfach ist. "Nebenhertrinken" kann man den eher nicht. 86 Punkte.


Wie immer: Danke fürs Lesen.

Malthead

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