Glengoyne 11yrs Malts of Scotland 1998-2009 Tasting


Immer wieder habe ich gesagt oder geraten bekommen: "Probier doch mal einen Glengoyne!" Wer auf Sherry-Malts steht, der sollte mal einen Glengoyne trinken hieß es. Irgendwann hatte ich auch mal einen Glengoyne im Glas aber das ist lange her. Also dachte ich, probiere ich mal wieder einen. Ich besorgte mir also diese Miniatur von Malts of Scotland und war ob der Farbe guter Dinge einen netten Sherry-Malt zu bekommen. Die Eckdaten dieser Abfüllung sind. Glengoyne, 11 Jahre in einem Sherry Hogshead gelagert, abgefüllt mit 55,9% fassstärke, destilliert am 01.04.1998 und abgefüllt im Oktober 2009.

Und hier hätte ich vielleicht schon stutzig werden sollen. Destilliert am 01.04.1998. Man kann es vielleicht schon erahnen, dass ich nicht ganz so begeistert war von diesem Malt. Auch wenn ich mit dieser Meinung anscheinend alleine da stehe. Baselink

Tasting


Geruch:

Dieser Geruch verspricht einen sehr leckeren Malt. Er ist überladen mit dunklen Fruchtaromen. Brombeeren, Pflaumen und Rosinen wechseln sich ab. Dazu kommt eine leichte Holznote, Gewürze und Lebkuchen. es riecht wie ein netter Christmas-Malt.


Geschmack:

Im Geschmack geht es sehr würzig und holzig los und die 55,9% vol. entwickeln eine gute Hitze im Mund. Dann kommt allerdings kein fruchtiger Moment. Alles wird trocken, Aromen von Nuss und Tabak treten hervor und das ganze wird derart bitter, als wäre einem eine ungeschälte unreife Walnuss in die Kauleiste geraten.Wasser hilft hier übrigens nicht weiter, eher das Gegenteil ist der Fall.


Abgang:

Von Beginn an geht es hier bitter und holzig zu. Es entwickelt sich eine gehörige Portion Hitze und Pfeffrigkeit. Die Röstaromen und der Geschmack nach Tabak und Espresso wären eigentlich nett, wenn nicht die ganze Zeit über diese unreife, bittere Walnuss mitschwingen würde. Das Finish ist sehr lang, leider.


Fazit:

Nicht jede Sherryfassreifung ergibt einen süßen Whisky, das ist mir wohl bekannt und ich kann auch einem trockenen, leicht bitter werdenden Whisky etwas abgewinnen, aber hier nimmt es übertriebene Formen an. Eine fruchtige Note konnte ich weder im Geschmack noch im Abgang wirklich erkennen und alles war holzig und bitter. Meine Mundwinkel nahmen während dem Abgang die Form der Mundwinkel einer ehemaligen CDU-Parteivorsitzenden an. Ich könnte eine gnädige Punktzahl verteilen und vermuten, dass ich eventuell sensibel auf Bitterstoffe reagiere aber meine Meinung zu diesem Whisky ist: "Er schmeckt mir nicht!"

Und das sollte sich dann auch in der Punktzahl wiederspiegeln. daher gibt es 74 Punkte von mir. Dieser Whisky ist für mich ein schlechter Aprilscherz.

In Zukunft werde ich wohl eher mal einen Standard von Glengoyne probieren, wer das auch mal tun möchte und dabei auch noch diesen Blog unterstützen will, der darf gerne diesem Shoplink folgen.



Danke fürs Lesen

Malthead


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