Knockando 18 Tasting

Aktualisiert: 11. Jan 2019


Die Destillerie Knockando liegt in der Speyside in Morayshire und gehört mittlerweile zum Getränke-Gigant Diageo. Knockando produziert ca. 1,3 Millionen Liter Alkohol im Jahr. Seit langer Zeit wandert jedoch ein Großteil der Produktion in den Blend J&B (Justerini&Brooks). Es wird angenommen, dass derzeit knapp 90% der Jahresproduktion in Blends wandert. Mit somit ungefähr 130.000 Litern Jahresproduktion für ihre 4 Standard-Produkte gehört Knockando klar zu den Destillerien mit einer geringen Jahresproduktion.


Neben dieser geringen Produktionsmenge spricht für mich für Knockando noch ihre Ausgabepolitik. Abgefüllt wird ein 12-Jähriger Single Malt der meist für knapp 25€ erhältlich ist. Ein circa 10€ teurerer 15-jähriger Malt. Ein 18-jähriger den man auch mal für unter 50€ finden kann. Und ihr Premiumprodukt, ein 21-jähriger Single Malt für um die 70€. Gelegentlich erscheint eine 25-jährige Abfüllung. An unabhängige Abfüller wird quasi nie etwas abgegeben, mir sind 3 Abfüllungen bekannt. Wie auch auf dem Bild zu sehen ist, wird auf den Flaschen auch immer das Destillations- und das Abfülljahr angegeben. Nur bei der 12-jährigen Abfüllung habe ich gelegentlich eine Flasche ohne diese Angabe entdeckt. Vieles spricht also für den Knockando und für mich ist der 18er ein Standard, der in die Hausbar gehört.


Geruch:

Die 18 Jahre im Sherryfass sind schon im Geruch klar zu erkennen. Neben Rosinen und Pflaumen, steigen Aromen von Holz, Sherry und süßliche Noten in die Nase. Im Hintergrund ist gerade so viel Schwefel, dass er mich nicht stört.


Geschmack:

Der Geschmack des Knockando 18 ist genau so wie man es sich vom Etikett erwartet. 18 Jahre Sherryfass sorgen für Süße, Trockenheit und Holzaromen. Dunkle Früchte kommen zum Vorschein und für mich sind die 43% gut gewählt.


Abgang:

Der mittel-lange Abgang mit viel Würze und Kräutern, neben der immer noch vorhandenen süße, bringt nochmal eine etwas andere Nuance in den Malt. Auch wenn einige Aromen sich wie ein roter Faden von der Nase bis in den Rachen ziehen (und das ist ja auch gut so).


Fazit:

Der Knockando 18 ist für mich ein von vorne bis hinten vernünftiger Malt. Der Preis, die Rahmenbedingungen und der Geschmack sind gut. Man kann den Malt sowohl nebenher trinken, was bei dem Preis auch kein Verbrechen ist, als auch im Rahmen eines Tastings, wo man sich für den Malt Zeit lässt und ihn analysiert. Und wenn man den Whisky kauft und doch nicht trinkt, dann hat man durch die Jahresangaben gute Aussichten auf einen Wertzuwachs auf dem Zweitmarkt. Für mich kriegt der Knockando 18 daher sehr vernünftige 85 Punkte.

Shoplink:


Danke fürs Lesen.

Malthead