Lidl-Blends 2019- Tasting Abrachan 16yrs. Blended Malt & Glenalba 30yrs.

Aktualisiert: 25. Nov 2019



Heute nehme ich mir die beiden 2019er Blends von Lidl vor. Nachdem der Abrachan triple Barrel aus dem letzten Jahr eine herbe Enttäuschung war, habe ich etwas Hoffnung, dass der diesjährige Abrachan deutlich besser sein könnte, denn es ist diesmal ein Blended Malt, der aus 16-jährigen Single Malts aus den Highlands und der Speyside besteht. Die Malts lagerten sowohl in Ex-Bourbon als auch in Oloroso SHerry Casks. Klingt erstmal gut. Auch, das der Abrachan mit 45% abgefüllt wurde, gefällt mir erstmal. Preislich ist man mit 34,99€ gut bedient, vorausgesetzt der Abrachan schmeckt dann auch.


Der Glenalba 30yrs. ist im Gegensatz zum Abrachan 16yrs. ein Blended Scotch Whisky, heißt er enthält neben Single Malts auch Grains. Der Glenalba wurde in Sherry Casks gefinished, wie lange das Finish war ist unbekannt und auch die Farbe lässt auf nichts schließen, denn in den 59,99€ für die Flasche ist auch der Farbstoff schon mit eingepreist. Danke Lidl.


In der Vergangenheit hatte ich bereits gute und nicht ganz so gute Glenalbas im Glas und es ist sowieso gänzlich unbekannt was der Inhalt der Blends ist und ob dieser sich von Bottling zu Bottling in der Zusammensetzung der Destillerien unterscheidet oder nicht. Als Vergleichswhisky habe ich im heutigen Tasting einen Glenalba 23 aus dem letzten Jahr mit an Bord und bin gespannt, ob er von einem der neuen geschlagen wird.

Bereits getestet habe ich die beiden Ben Bracken Islay Single Malts aus diesem Jahr, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Jetzt noch die Base-Links und dann ist Tasting-Time:

- Abrachan 16yrs.

- Glenalba 30yrs.


Tasting Abrachan 16yrs.


Geruch:

Die Überraschung kam für mich gleich zu Beginn. Denn hier ist Peat im Spiel. Es steigt Rauch auf. Daneben findet sich aber auch Kirschen, Datteln sowie süße Aromen wie Waldhonig und Vanille. Ansonsten bekommt man noch Leder und etwas Tabak geboten.


Geschmack:

Es beginnt recht süß und mein Verdacht, das hier Peat im Spiel ist, hat sich eindeutig bestätigt. Und das gar nicht mal so wenig. Die Intensität ist absolut in Ordnung und es entsteht auch ein bisschen Pepp im Mund. Dazu bekommt man ein paar Obstaromen, Birne und Kirsche. Eine Portion Honig im Hintergrund macht die peatige Angelegenheit Sweet&Smoky.


Abgang:

Ein stabiles Finish mit Sherry, der die ganze Geschichte nussig und dunkelfruchtig macht. Dazu gibt es Espresso, Eiche und natürlich Torfrauch. Das Finish ist gut pfeffrig und mittellang.


Fazit:

Zunächst mal möchte ich sagen, dass der Vergleich mit dem Abrachan oder dem Glenalba vom letzten Jahr überhaupt keinen Sinn ergeben hätte, weil diese unpeated waren, somit habe ich es gelassen. Insgesamt war der Abrachan 16 nicht nur eine Überraschung für mich, sondern eine sehr positive Überraschung. Ich habe absolut nicht mit Peat gerechnet und fand ihn dennoch lecker. Gute 83 Punkte.


Tasting Glenalba 30yrs.


Geruch:

Ui,ui,ui, old-school. Rosine und Datteln wechseln sich ab mit Wachs, Eiche und Möbelpolitur. Im herberen Bereich rieche ich noch etwas Tabak und Leder. Riecht fast wie ein alter Malt der schon vor zwanzig Jahren in die Flasche kam.


Geschmack:

Im Mund startet der Malt sehr süß und wachsig. Das Mundgefühl ist kurz etwas schwach wird dann aber gut in der Intensität. Man kriegt viel süße Eiche, die an Möbelpolitur, Ledereinbände von alten Büchern und Tabak erinnert. Eine konsequente Fortsetzung des Geruchs.

Ich hatte ja angekündigt den Glenalba 23 als Vergleich heranzuziehen und ich habe ihn auch mal parallel probiert, aber der ist einfach eine ganz andere Art Whisky. Der 23er ist fruchtiger und leichter, hat einen ganz anderen Stil und taugt nicht wirklich als Vergleich.


Abgang:

Super Finish, genau mein Ding. Neben jeder Menge Eiche, die aber nicht ins Bittere kippt, bekommt man eine Hand voll Studentenfutter. Haselnüsse, Mandeln und Rosinen. Dazu kommt Leder, Kaffee, Tabak und Pfeffer.


Fazit:

Also geschmacklich ist der Glenalba 30 absolut top und fast genau mein Geschmack. Er könnte noch etwas mehr Alkohol haben, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Ich vergebe 87 Punkte und muss an der Stelle vielleicht nochmal wiederholen, dass der Preis bei meiner Bewertung grundsätzlich keine Rolle spielt. Das Heißt, der günstige Preis ist ein weiterer Pluspunkt.


Mein Fazit zu den beiden heutigen Blends ist, dass sich beide wirklich lohnen. Der Glenalba 30 ist durchaus ein Kandidat für mich, von dem ich mir mal 3 Flaschen in den Keller bunkere und beim Abrachan 16 wird es sicher auch nicht zu lange dauern bis die Flasche offen um 180 Grad gedreht wird. Klare Kaufempfehlung für beide.


Wer sich nun bei Lidl nach einem der Blends, einem Ben Bracken oder auch einem gänzlich anderen Whisky umschauen möchte, der darf diesem Link folgen. Außerdem freue ich mich immer über Likes, Kommentare und Shares.

Danke fürs Lesen.

Malthead