Was schenkt man einem Whiskytrinker? Und was schenkt man ihm besser nicht?


Geschenke zu finden ist schwer, ein Geschenk für einen Whisky-Trinker zu finden ist noch schwerer. Es erscheint dem Schenkenden erstmal leicht, denn man kennt ja schon ein Interesse oder Hobby des zu beschenkenden, aber es gibt so viel falsch zu machen, dass ich diesem Thema einen Artikel widmen möchte. Wer in den Supermarkt geht und einen Whisky kauft und diesen dann einem Whisky-Fan schenkt, der verursacht damit wohl genau so viel Freude, wie wenn man einem begeisterten Bücherwurm ein Buch im Supermarkt kauft. Die Chance den Geschmack des Beschenkten zu treffen ist einfach gleich null. Ich habe daher anhand meiner Erfahrungen eine Liste zusammengestellt, mit Dingen die man einem Whisky-Trinker schenkt oder besser nicht schenkt. Und glaubt mir ich habe selbst gelitten. So viele schlechte Whiskys und Equipement, dass kein Mensch braucht, wurden an mich herangetragen, dass es mir als meine Pflicht erscheint Schenker und Beschenkte vor weiteren Fehlkäufen zu schützen.


Das sollte man auf keinen Fall kaufen:


1. Whisky-Steine:

Ja, auch ich habe diese Dinger schon in bester Absicht geschenkt bekommen. Wer jedoch Single Malt trinkt, der trinkt seinen Malt gerne auf Raumtemperatur, da so die Aromen am besten rauskommen. Gelegentlich verdünnt man seinen Whisky mit Wasser. Was aber überhaupt keinen Sinn macht, ist ein Whiskystein, der den Malt kühlt und dabei nicht verdünnt. Außerdem trinken die meisten Maltheads aus Nosing-Gläsern. Und die könnte so ein Steinchen sehr schnell beschädigen. Und da wären wir schon bei...


2. Gläser:

Jeder Whiskytrinker hat ein Lieblingsglas bzw. Lieblingsgläser. In den meisten Fällen ist das ein Nosing-Glas. Dennoch neigen die Leute dazu Whiskytrinkern Tumbler zu schenken. Die braucht man wenn überhaupt aber nur für Bourbon. Und auch ein Nosing-Glas zu verschenken ist nicht so leicht. Es gibt viele verschiedene Varianten und jeder mag andere Gläser. Wenn man jedoch unbedingt Gläser verschenken möchte, dann liegt man mit einem Glencairn-Glas meistens recht gut.


3. Supermarktwhisky:

Gehen Sie nicht in einen Supermarkt um einen Whisky als Geschenk zu kaufen. Den oben verlinkten Jameson Whiskey finde ich nichtmal sooo übel und trotzdem möchte ich keine Flasche davon zu Hause haben. Und auch sonst gibt es kaum Whiskys in Supermarktregalen denen ein Whiskygenießer etwas abgewinnen kann. Weiter unten im Text werde ich natürlich noch ein paar Whiskys nennen die man durchaus kaufen kann.


4. Bücher:

Das von mir verlinkte Buch ist durchaus empfehlenswert, und dennoch möchte ich davon abraten Whisky-Bücher zu verschenken. Denn häufig hat der Beschenkte schon ein solches Standardwerk und kommt gut ohne ein zweites aus.


5. Whisky-Schokolade:

Egal ob Whiskyschokolade, Whiskymarmelade, Whiskykuchen oder neuerdings sogar Whisky-Rasierpaste, nur weil ich Whisky trinke, muss ich ihn mir nicht auch noch aufs Brot oder ins Gesicht schmieren. Eine Whisky-Schokolade ist vielleicht eine lustige Kleinigkeit aber man kann damit sicher nicht jeden Whiskytrinker beeindrucken.


Nun komme ich aber zu den Dingen über die sich so gut wie jeder Whisky-Trinker wirklich freuen wird. Und anfangen möchte ich mit dem naheliegensten:


1. Whisky:

Es sollte jedem klar sein, dass ich hier nicht einen Whisky nennen kann der jedem Whisky-Trinker schmeckt und dennoch gibt es ein paar Abfüllungen die ich euch ans Herz legen möchte. Zunächst mal wären da einige Whiskys der Classic Malts Selection und ein paar andere günstige Standards, die dennoch die meisten Maltheads begeistern können:


Glenkinchie 12

Dalwhinnie 15

Oban 14

Caol Ila 12

Clynelish 14

Knockando 12

Lagavulin 16

Glendronach 12

Highland Park 12

Gerne natürlich auch im "Mix-Pack"


Wer bereit ist ein bisschen mehr Geld auszugeben dem würde ich Whiskys eines unabhängigen Abfüllers ans Herz legen. Hier kriegt man häufig für vergleichsweise geringes Geld reife und gute Malts. Hier einige Beispiele:


Glen Keith 19yrs von Signatory

Glenrothes 1997 von Signatory

Strathmill 21yrs von Signatory


Eine andere Möglichkeit die Grenzen des Geldbeutels zu respektieren und trotzdem etwas tolles zu schenken, ist an der Quantität zu sparen anstatt an der Qualität. Denn wenn man 5cl Whisky verschenkt, dann kann man auch ohne Unmengen an Geld auszugeben einen sehr guten Whisky verschenken. Besonders empfehlen will ich hierbei:


Glenfarclas 40yrs


2. Wasser:

Die meisten Whisky-Trinker verdünnen ihren Whisky von Zeit zu Zeit, vor allem wenn fassstarke Whiskys konsumiert werden. Die wenigsten Maltheads leisten es sich, sich Quellwasser aus Schottland dafür zu besorgen, aber darum geht es ja bei Geschenken auch irgendwie. Man schenkt jemandem etwas, dass er toll findet, dass er sich selbst aber nicht unbedingt leisten würde.


3. Aromabar:

Maltheads fachsimpeln gerne und erschnuppern und erschmecken gerne die verschiedensten Aromen in ihrem Malt. Eine Aromabar ist ein gutes Hilfsmittel um die verschiedenen Aromen zu bestimmen und zu benennen.


4. Drei nette Spielereien:

Whisky-Quartett:

Natürlich ist es eine Spielerei und natürlich braucht niemand dringend dieses Quartett, aber ich finde es wirklich ganz nett gemacht.

Whisky-Map:

Eine Whisky-Map ist eine nette Kleinigkeit, die zugleich informativ als auch dekorativ ist. Eine nette Ergänzung in jeder Whisky-Ecke.

Whisky-Shirt:

Bedruckte T-Shirts sind so eine Sache. Noch eine Message drauf oder ein vermeindlich witziger Spruch und schnell wird es recht schrecklich. Aber dieses Shirt ist gut gemacht und tatsächlich ganz witzig.

Ich hoffe der Artikel war hilfreich. Danke fürs Lesen und viel Spaß beim Schenken.

Malthead