Whisky Palatina- Single Malts in Einselthum – ein vollkommen subjektiver Messebericht

Aktualisiert: 19. Nov 2018


Bevor der Bericht über die 1. Pfälzer Whiskymesse beginnt ein paar einleitende Worte:

Es war mir persönlich nicht vergönnt an der Messe teilzunehmen bzw. diese zu besuchen. Ein Arbeitskollege, Freund, Brother-in-Malt hatte jedoch die Zeit die Messe mit seiner Frau und seinem treuen Gefährten (nein, nicht sein Nosingglas) zu besuchen, und hat seine Erlebnisse netterweise für meinen Blog zusammengefasst.

In einer Gegend, in der sich die Kenntnis von Whisky vermutlich auf Jim Beam und Jack Daniels beschränkt, vor allem in Kombination mit koffeinhaltiger Brause ähnlicher Färbung, fand am 15./ 16.09. zum ersten Mal die Whisky Palatina statt. Das im malerischen Zellertal gelegene Einselthum lockte an einem spätsommerlich warmen Wochenende die Besucher in das liebevoll hergerichtete Bürgerhaus, wo sich Maltheads aus der näheren und weiteren Ferne zusammenfanden, um Kostproben des von Ihnen favorisierten Getränks in Form von 2cl-Proben oder gleich flaschenweise zu sich nehmen zu können – letztes für den heimischen Gebrauch versteht sich.


Wer jetzt meint, eine solche Messe sei vor allem da, um sich die wertvollen Tröpfchen gratis hinter die Binde kippen zu können – ein entsprechendes Nosingglas samt praktischem Glashalter sollte dies zumindest ermöglichen – der sah sich weit gefehlt. Und so mag es nicht verwundern, dass die Veranstaltung in gesitteter Atmosphäre beim gemütlichen Plausch – unterbrochen vom Lamento eines sporadisch einsetzenden Dudelsacks – von statten ging.


Besitzer einer gut gepolsterten Geldbörse waren klar im Vorteil, da weder der Veranstalter noch einige der Aussteller den Weg des bargeldlosen Geldverkehrs wählten; Bares für Rares hieß die Devise, was mich allein schon deshalb vor eine kleinere Hürde stellte, als dass das Örtchen nicht über ein entsprechendes Kreditinstitut verfügte. Schon im Vorfeld galt mein Interesse jedoch den hoch gelobten Bottlings von TheWhiskyCask, die so umsichtig waren, ihre Produkte auch gegen Plastik einzutauschen; Halleluja!

Zwei Messeabfüllungen hatten Michael Lelle und Jens Owczarek aus Primasens neben ihren üblichen Produkten im Gepäck: einen Glentauchers, der seine neun Jahre im Oloroso-Fass verbrachte, sowie einen Laphroaig 12 Port – natürlich beide in Fassstärke. Beide waren außergewöhnlich, wussten mich aber nicht so zu überzeugen, dass sie den Weg ins heimische Regal gefunden hätten. Ein bisschen mag zu dieser Entscheidung beigetragen haben, dass man auf die Deklarierung „Messeabfüllung zur 1. Whisky Palatina“ verzichtet hatte; schade, sonst hätte zumindest der Glentauchers eine neue Bleibe gefunden. Unbedingt probieren wollte ich auch den von meinem Lieblings-Elsässer in dessen Blog gelobten Irish Single Malt, der, so verrieten mir Lelle und Owczarek, fast zu Hause hätte bleiben müssen, da man noch auf Etiketten für die Fläschchen wartete (vielleicht auch dies ein Grund, warum die Messe-Bottlings nicht entsprechend gekennzeichnet waren?). Der Ire präsentierte sich als perfekter Sommer-Whiskey mit einer deutlichen Note tropischer Früchte, der das von Serge Valentin verliehene Prädikat „fruit-salady“ mehr als zurecht zugesprochen bekommen hatte. Ein bisschen zu viel Fruchtcocktail für meinen Geschmack, sodass meine Wahl letzten Endes auf zwei Fläschchen fiel, die von den selbsternannten Hütern des guten Geschmacks in der Vergangenheit eher wenig wohlwollend rezensiert worden sind: Ben Nevis 20 1996/ 2017 aus dem Bourbon Hogshead respektive Sherry Butt. Interessant, dass es zum Sherry Butt nur wenige bis keine Informationen gab, denn die Betreiber wussten selbst nichts über die genaue Sherry-Befüllung zu sagen, also 1st fill oder Refill oder welche Art von Sherry. Ich mag mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber aufgrund der blassen Farbe und des Aromas würde ich einen Oloroso ausschließen; das wird in den nächsten Wochen noch zu überprüfen sein.


Noch viel anderes hätte es zu probieren gegeben, aber irgendwann setzte eine Sättigung ein, aufgrund derer man weiteren Verkostungen nicht mehr hätte gerecht werden können. Auf der anderen Seite fehlte gerade ein gewisser Grundstand an festen Nahrungsmitteln, dem ich unbedingt nachgehen wollte. Leider war im Vorfeld nicht darauf hingewiesen worden, dass des Örtchens einzige Gaststätte schon vor Monaten nur noch Übernachtungen anbot. So gab es statt einer deftigen Pfälzer Platte, die in jedem Vegetarier den Exorzisten zum Vorschein hätte kommen lassen, Delikatessen französischer Provenienz, die ich auf dem Hinweg in einem Elsässer Supermarkt eingesammelt hatte.

Dort konnte ich mich außerdem davon überzeugen, dass es den Aberlour 12 noch immer in der 0,7l-Flasche gibt, und auch der 10-jährige ist noch in Hülle und Fülle vorhanden. Doch davon vielleicht ein anderes Mal…


Mein persönliches Fazit der 1. Whisky Palatina: Bitte im nächsten Jahr unbedingt wiederholen, ich wäre sicher wieder am Start – dann mit genügend „Cash in de Täsch“.


Von mir, wie immer, danke fürs Lesen und ein besonderer Dank an Holger für den Bericht, an Bella für die schönen Fotos und an Max für die angeborene Coolness.

Grüße

Malthead